Wer will es schon nicht?

Das High-Class-Produkt Xenon!

Der Beetle konnte mit Xenon bestellt werden. Somit ist eine Nachrüstung auch bei Modellen mit einfachem Halogenlicht möglich. Jedoch bestimmt sich die Nachrüstung und dessen Umfang immer nach den Grundbedingungen. Rechtlich muss alles gedeckelt sein, also legal. Der elektrische Anschluss muss hergestellt werden. Und natürlich muss die Hardware passen.

Bitte lest meinen Erfahrungsbericht vollständig durch, bevor ihr euch überhaupt entscheidet oder anfangt, wild Kabel abzuschneiden oder umzupinnen.

 

 

 

Also fangen wir mal an.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen:

Ein Beetle mit Baujahr zwischen Juli 2012 und Juni 2013 ist nur mit erhöhtem Aufwand auf Xenon umzuändern, da sowohl das Tagfahrlicht, das Abblendlicht, als auch das Fernlicht direkt über die Schalter gesteuert werden und nicht über das BCM!

 

Vorwissen:

Xenon war ein Novum. Es verbrauchte weniger Energie, statt 45 Watt nur 35 Watt, hatte einen höheren Lichtstrom statt 1500 lm rund 3200 lm und die Lebensdauer des Leuchtmittels vervierfachte sich, zudem entwickelten die Leuchtmittel eine geringere Arbeits-Temperatur. Der Haken an der Sache lag jedoch beim Lichtstrom. Die 3200 lm, bzw. die davon ausgehende Blendgefahr für den Gegenverkehr, sind der Grund warum der Gesetzgeber bestimmte Forderungen zur Verwendung von Xenonlampen im Fahrzeug festlegte. Diese waren eine Scheinwerferreinigungsanlage (SWRA) und eine automatische Leuchtweitenregulierung (aLWR). Als Maß zur Bewertung, ob die SWRA und die aLWR verbaut werden mussten, wurde ein Wert von rund 2000 Lumen (lm), festgelegt.

Erst etwas später wurde das 25W Xenon auf den Markt gebracht. Hier lag der Lichtstrom unter der Grenze von rund 2000 lm aber die Farbtemperatur mit 4200 K blieb erhalten. Damit lag die mögliche Gefahr der Blendwirkung unter dem vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwert für die Verwendung von SWRA und aLWR.

Nur um das vorweg zu schicken, für die Zulassung eines Scheinwerfers, eines Leuchtmittels und deren Verwendung ist die ECE 48 maßgeblich. Hier wird der Scheinwerfer nicht nach seinem Leuchtmittel beurteilt, sondern nach seinem Lichtstrom. Einen LED-Scheinwerfer kennt unsere STVZO gar nicht.

(Quelle: ECE-Regelung 48, tuev-nord.de, Wikipedia.org, lichtex.de, bussgeldkatalog.org)

 

Komponentenübersicht:

rot = Standlicht (LED)

blau = Abblend- und Fernlicht (Bi-Xenon)

grün = Tagfahrlicht und Positionslicht (LED)

 

 

Das Rechtliche:

Genau dieses 25W Xenon wurde im Beetle verwendet. So musste VW weder eine aLWR oder die SWRA verbauen. Die aLWR wurde anfänglich, auch wenn vom Gesetzgeber nicht gefordert, von VW freiwillig verbaut. Eine SWRA gab es nie! Bei späteren Baujahren, so ca. Produktion ab Juli 2013, wurde auch auf die aLWR verzichtet und es gab nur eine manuelle Leuchtweitenregulierung (mLWR) wie beim „Halogen-Modell“.

(Quelle: Motor-Talk.de, Schaltpläne von VW, Teilekatalog von VW)

Die Fahrzeug-EG Genehmigung kennt und erfasst somit zwei Kombinationen der verwendeten Xenon-Zusatzausstattung:

  1. Xenon + aLWR
  2. Xenon + mLWR

Gesetzlich steht einer einfachen und schnellen Nachrüstung dieses High-Class-Produktes, auch wenn keine SWRA und keine aLWR vorhanden sind, nichts im Weg.

Das 25 Watt Xenon in Verbindung mit dem originalen Scheinwerfer ist nach Absatz 6.2.9, in Verbindung mit Absatz 6.2.6.2.2 der ECE 48 in der Fahrzeug-ABE enthalten und bedarf, bei fachgerechtem Einbau, keiner Vorführung bei einer technischen Überwachungseinrichtung.

 

Die Elektrik:

Die Halogenscheinwerfer besitzen einen 10 poligen Stecker. Dieser wird im Schaltplan 2, 59 und 70 T10i genannt und ab Juli 2013 im Schaltplan 140 T10J. Physisch sind T10i und T10j mit der VW-Teilenummer 6R0 973 735 allerdings nach den frei verfügbaren Teilekatalogen identisch. An der Belegung hat sich auch nichts geändert. Belegung:

  • Pin 1 LWR Plus
  • Pin 2 LWR Niveausignal
  • Pin 3 LWR Masse
  • Pin 4 TFL
  • Pin 5 Masse
  • Pin 6 Abblendlicht (56b)
  • Pin 8 Fernlicht (56a)
  • Pin 10 Standlicht (58)

Der Ursprung ist bei nahezu allen Kabeln das Bordnetzsteuergerät (BCM genannt). Lediglich in den Produktionsjahren zwischen Juli 2012 bis Juni 2013 wurden die Scheinwerfer direkt über den Lichtschalter versorgt und nicht über das BCM (deshalb sind diese nur mit erhöhtem Aufwand umrüstbar).

 

Die Schaltpläne von den Xenonscheinwerfern sind etwas diffuser, da die ersten Jahre die freiwillige aLWR hatten. Hier war ein zusätzliches Steuergerät verbaut und natürlich der Niveausensor an der Hinterachse. Doch so viel Aufwand wollen wir hier gar nicht betreiben. Bei allen Ausführungen und Produktionsjahren gleich ist der 14 polige Stecker, mit der Bezeichnung T14c und der Teilenummer 1J0 973 737.

Mit dem Plan 187, Produktion ab Juli 2013 hat VW dann die gesetzlich nicht geforderte aLWR abgeschafft. Aus diesem Schaltplan lässt sich folgender elektrischer Anschluss ableiten:

  • Pin 1 LWR Plus
  • Pin 2 LWR Niveau
  • Pin 3 LWR Masse
  • Pin 5 und 7 Masse
  • Pin 6 Abblendlicht (56b)
  • Pin 10 Standlicht (58)
  • Pin 11 Fernlicht (56a)
  • Pin 12 TFL

Um es aber vorweg zu nehmen, bei meinem Einbau hat sich gezeigt, dass der Schaltplan von den Xenon-Scheinwerfern unvollständig ist. Beim Halo-Modell sind die Schlussleuchten mit an das Standlicht der Frontscheinwerfer angeschlossen. Dies ist beim Xenon-Modell so nicht vorgesehen. Hier sind die Schlussleuchten weiterhin am BCM T73A/40 &41 angeschlossen und das Standlicht vorne wird über den T73B Pin 5 & 6 realisiert. Dazu aber unten beim Einbau mehr.

Da nun alle Leitung bestimmt sind und abgeklärt ist, dass sie überwiegend vom BCM zum Leuchtenstecker führen, ist das Nächste Thema auch schon festgelegt: prüfen der Tauglichkeit des BCM.

 

Die Steuerung:

Wie schon erwähnt, führen die Leitungen von den Scheinwerfersteckern nicht direkt zum Lichtschalter (außer BJ 7/12 - 6/13), sondern zum BCM (Body Control Modul). Tagfahrlicht, Abblendlicht und Fernlicht sind bei Halogenscheinwerfern und Xenonscheinwerfern sogar an den selben Kontakten angeschlossen. Nur das Standlicht nicht! Bei den Halogenscheinwerfern ist das Standlicht an Pin 40 & 41 des Stecker A angeschlossen und bei den Xenonscheinwerfern ist das Standlicht am Stecker B an den Kontakten 5 und 6 angeschlossen. Genau das muss nun geändert werden, damit das Standlicht funktioniert. Dazu sollte vor der Planung einer Umrüstung unbedingt geprüft werden, ob das vorhandene BCM überhaupt diese Kontakte hat. Hat das BCM diese kontakte nicht, ist es für die Funktion der Xenonscheinwerfer erforderlich das Steuergerät zu tauschen. Damit würde sich der Umbau jedoch verteuern. Also ab mit dem Kopf in den Fußraum auf der Fahrerseite und mal nach oben geschaut. Dort hängt das BCM.

 

 

 

Um mir die Arbeit zu erleichtern habe ich die unteren beiden Verriegelungen gelöst (vorsichtig die Verriegelungen des BCM nach unten drücken und das BCM Richtung Motorraum aus der Fixierung lösen) und das BCM im Ganzen, mit Steckern, nach unten herausgezogen. Bitte auf die Kabel und auch die Einzeladern achten, damit keine Kabelschäden entstehen. Es ist genug Platz, so dass selbst ich, mit ungeschickten Wurstfingern, das hinbekommen habe. Geduld spielt dabei jedoch immer eine Rolle. Auf dem Gerät erkennt man schön, welcher Stecker welcher ist. Es steht nämlich darunter. Auch wenn im Internet öfters behauptet wird, dass der Stecker B der schwarze sei, war das bei mir nicht der Fall. Auch sehr schön kann man die Teilenummer erkennen. Ich habe ein BCM 088F, das nach mehreren Foreneinträgen nicht für Xenon geeignet sein soll.

 

 

 

Ich hab gleich beide Stecker gezogen und geschaut welche Pins bei mir belegt sind und welche nicht. Wichtig in dem Zusammenhang ist, dass die Pins des Standlichts, also vom Stecker A Pin 40 und 41 und vom Stecker B Pin 5 und 6 vorhanden sind. Wenn diese Pins nicht vorhanden sind, benötigt man schon mal ein neues Steuergerät um überhaupt Xenon verbauen zu können. Die Zählweise, bzw. Nummerierung der Pins, ist bei beiden Steckern identisch.

 

 

 

Und hier haben wir nun die Pins 40 und 41 vom Stecker A. Die grau-rote Leitung ist dabei das Standlicht recht und die grau-schwarze Leitung das Standlicht links.

 

 

 

Hier sind die Buchsen 5 und 6 des Stecker B (bei mir weiß). Hier müssen wir zusätzliche Pins einstecken die zu den Scheinwerfern führen. Danach kommen beide Stecker wieder auf das Steuergerät.

 

 

 

Man kann nicht pauschal bestimmen ob ein Steuergerät für den Betrieb mit Xenon geeignet ist oder nicht. Nach der Teilnummer dürfte meines nicht mal die Pins B5 und B6 haben. Jedoch kann eine kurze Kontrolle mit nicht mal 5 Minuten Arbeit, sogar ohne Werkzeug, darüber Aufschluss geben, ob die Nachrüstung problemlos mit dem vorhandenen BCM funktioniert oder nicht.

 

Nach der Umrüstung muss dem BCM noch mitgeteilt werden, dass es jetzt mit Xenon Arbeitet, aber dazu später noch mehr.

 

 

Die Adapter:

Die Verkabelung ist grundsätzlich geklärt, siehe "Die Elektrik". Es muss lediglich zwischen den Xenonscheinwerfer und dem bestehenden Stecker für die Halogenscheinwerfer ein Adapter, der die Stromführenden Kabel mit den richtigen Anschlüssen im Stecker verbindet. Im Handel gibt es unterschiedliche Umrüstkabelbäume, die diesen Zweck erfüllen sollen. Die im Handel erhältlichen Kabel haben jedoch zusätzlich die Leitungen für das Standlicht separat ausgeführt, welche durch einen Stopfen in den Innenraum geführt werden sollen. Auch hat keiner der im Handel erhältlichen Adapter die Leuchtweitenregulierungskabel adaptiert, da die meisten von einer Nachverkabelung der aLWR ausgehen. Dieses "Kabel-Ziehen" im Motorraum wollen wir uns ersparen, da bereits die erforderlichen Leitungen für den Betrieb in den Innenraum führen. Ich habe mich somit entschieden die Adapter selbst zu fertigen. Dazu habe ich im Internet folgende Teile herausgesucht und nach den obigen Angaben selbst verkabelt:

Buchse 1J0 973 835 mit Pins zu Anschluss an den original Kabelbaum

 

 

 

und den Stecker 1J0 973 737 mit Pins zum Anschluss an den neuen Xenonscheinwerfer

 

 

 

Für zwei T14c Stecker habe ich 17,98 Euro, für zwei T10i Buchsen 12,30 Euro und für die Kabel 4,00 Euro jeweils inklusive Versand bezahlt. Passendes Werkzeug (Crimp-Zange) sollte natürlich dafür vorhanden sein.

 

 

 

Die Kabel habe ich auf jeweils 15 cm zugeschnitten und an den Enden die passenden Pins angebracht.

 

 

 

Fertig sehen die Adapter dann so aus:

 

 

 

Mit Gesamtkosten von 34,28 Euro liege ich damit unter den Kosten der vielen auf dem Markt erhältlichen vorgefertigten Adapter, die jedoch nicht die Kabel der mLWR enthalten und zusätzlichen Verkabelungsaufwand für das Standlicht fordern. Mit etwas Arbeit wieder Geld, Zeit und Ärger gespart.

 

Dafür habe ich im Innenraum mehr Aufwand, da ich die beiden Standlichtkabel neu verdrahten muss. Ich habe dazu einen 6 Poligen Schalter und Flachsteckbuchsen 4,8mm mit Isolierung besorgt. Mein Ziel ist die Möglichkeit jeder Zeit auf die Halogenscheinwerfer zurück zu rüsten. Dazu legt man einfach nur den Schalter um und hat die Hardware für die Hallos wieder betriebsbereit (muss natürlich dann auch programmiert werden).

Ich habe dazu die Fußraumverkleidung auf beiden Seiten und das Handschuhfach demontiert. Das Handschuhfach ist mit drei Schrauben im Fach verschraubt (T20) und mit zwei Schrauben von unten im Fußraum befestigt. Danach einfach herausziehen und die Stecker von der Reifendruckeinstellung und dem Multimediamodul, soweit vorhanden, lösen.

Auf beiden Seiten wird zuerst die Einstiegverkleidung nach oben gezogen. Auf der Beifahrerseite lediglich das Dreieck in Richtung Heck herausgezottelt. Auf der Fahrerseite muss erst der Motorhaubengriff weg (dazu gibt es Videos im Netz) anschließend die Spreizniete entfernt werden und schon hat man auch diese Verkleidung ab.

 

 

 

Auf der Beifahrerseite lösen wir noch den Steckerhalter von der A-Säule, um besser an den Kabelbaum zu der rechten Heckleuchte heran zu kommen.

 

 

 

Auf der Beifahrerseite suchen wir nun das einzige grau-rote Kabel, welches zur Rückleuchte führt. Solltet ihr widererwartet ein weiteres in der Farbe finden muss es mittels Durchgangsprüfer gemessen werden.

 

 

 

Das Kabel wird getrennt. Die Leitung die nicht zur Rückleuchte führt wird nun isoliert und damit tot gelegt.

 

 

 

Ich habe zwei Schrumpfschläuche genommen, damit kein Kurzschluss entstehen kann. Die andere Leitung zur Rückleuchte wird später in den Fußraum der Fahrerseite verlängert, um (in meinem speziellen Fall) einen Schalter einzubauen.

 

 

 

 

 

Auf der Fahrerseite betrifft dieses Prozedere die grau-schwarze Leitung. Ich konnte auch hier nur eine Leitung in dieser Farbe finden, Aber Prüfspitze und Messegerät helfen notfalls.

 

 

 

 

Zuerst habe ich am Pin 73b/6 eine grau-rote Leitung mit einem Micro-Junior-Timer-Kontakt verpint, der in diesem Stecker genau so gut passt, wie ein Superseal-Pin, oder der originale Pin, den ich leider im Handel nicht finden konnte. Die Leitung habe ich zu meinem Schalter gezogen. Den Schalter werde ich übrigens, da er optimal dort passt, direkt bei den Relais verbauen, unten ist ein Foto davon. Die Leitung wird mittels 4,8 mm Flachsteckhülse und passendem Silikonsöckchen, an PIN II des Schalters angeschlossen. Da es sich hier um die rechte Leitung handelt, habe ich diese auch auf der rechten Seite am Schalter angebracht.

 

 

 

Anschließend wird der Pin 73b/5 mit einer grau-schwarzen Leitung zum Schalter verkabelt. Auch auf der II, aber natürlich auf der linken Seite.

Bitte achtet bei der Verkabelung auf die Anschlüsse, nur weil auf dem Schalter II steht, muss der Ausgang zur II nicht unbedingt auch auf dieser Seite sein.

 

Die Pins aus den Kontakten T73a/40 und T73a/41 habe ich entnommen. Die Pins habe ich abgeknipst und nach Verlängerung gegen 4,8mm Flachkontakte mit Silikonüberzieher getauscht. Anschließend werden die in der Mitte des Schalters befestigt. Hierbei wird die grau-rote Leitung auf der rechten Seite angeschlossen und die grau-schwarze auf der linken Seite. So entsteht ein farblich passendes Bild.

 

Nun muss die Leitung der rechten Rückleuchte verlängert werden

Also Kabel ancrimpen und mittels Schrumpfschlauch ordentlich isolieren.

 

 

 

und wird, entlang des originalen Kabelbaums, nach oben geführt,

 

 

 

anschließend über dem Klimakasten zur Mittelkonsole

 

 

 

hinter dem Radio rüber zur Fahrerseite

 

 

 

unter dem Lenkrad entlang.

 

 

 

Sie wird zwischen Sicherungskasten und Aufnahme vom BCM zum Schalter geführt.

 

 

 

Die Leitung wird nur noch nicht angeschlossen, da hier noch der zweite Teil fehlt!

 

Jetzt folgt aber zuerst die linke Rückleuchte, die wir ebenfalls verlängern und zum Schalter führen.

 

 

 

Nun wird jeweils eine Leitung in grau-rot und in grau schwarz, wieder mit Micro-Junior-Timer-Kontakt versehen. Die grau-rote stecken wir in den Pin T73a/40 ein und die grau-schwarze in den Pin T73a/41. Beide werden zum Schalter geführt.

 

Jetzt folgt der zweite Teil:

Am Schalter werden die Leitungen mit ihren Pendants, die zu den Rückleuchten führen in einem 4,8mm Flachkontakt verpresst und an der Schalterstellung I nach ihrer Farbe (grau-rot -> rechts, grau-schwarz->links) am Schalters angeschlossen. Nicht den Kontaktschutz aus Silikon vergessen.

 

 

 

fertig vorverkabelt sollte der Schalter in etwa so aussehen:

 

 

 

Der Kabelbaum sollte eine Länge von ca. 40 cm vom schwarzen Stecker aus gemessen haben. Ich habe die Pins gleich durchmarkiert, i ring für 1, zwei ringe für 2 und eine kleine 0 für die Mitte.

Die Kabel werden nun auch alle schön verpackt und fixiert. der Schalter passt optimal in einen der Relaisplätze, weshalb der Kabelbaum nun dorthin verlegt wird.

 

Der Kabelbaum wird zwischen Sicherungskasten und Aufnahme für das BCM Richtung Relaisträger gesteckt.

 

 

 

und der Kabelbaum komplett eingeschoben

 

 

 

Anschließend werden die Pins aus einer der Relaisöffnungen herausgefädelt

 

 

 

Der Stecker wieder angebracht, achtet auf die Farb- und Anschlusszuordnung! und steckt den Schalter wie ich in das Relaisfeld

 

 

 

Hinter der Klappe sieht das dann so aus.

 

 

Ich kann zu jeder Zeit von Xenon auf Halogen zurück wechseln, ohne den kompletten Kabelbaum neu Stricken, verändern oder sonstiges zu müssen. Einfach Schalterstellung ändern und Programmierung anpassen

Schalterstellung 1 Halogenscheinwerfer fahren (Programmierung beachten)

Schalterstellung 2 Xenonscheinwerfer betreiben (Programmierung beachten)

 

 

Die passenden Scheinwerfer:

Aus den Schaltplänen lässt sich ein wichtiger Faktor ableiten, auf den man unbedingt achten muss. Die Xenonscheinwerfer mit aLWR haben einen anderen Stellmotor, als diejenigen ohne aLWR. Somit sollte vor dem Kauf eines Xenonscheinwerfers immer abgefragt werden, ob ein Stellmotor aus Metall, mit der Aufschrift 748-621-00 AC, bzw. VW Teilenummer 4H0 941 295 verbaut ist, oder ein Stellmotor aus Plastik mit der VW-Teilenummer 5C5 941 295, bzw. 6NM 010 553.

 

 

 

Der Xenonscheinwerfer mit dem Stellmotor aus Kunststoff und den TNs 5C5 941 295 oder 6NM 010 553 ist für uns zum „einfachen“ Umrüsten genau der Richtige.

 

 

 

Wieso? Im normalen Halogenscheinwerfer wurde genau der gleiche Stellmotor verwendet. Somit ist der im Xenon gleichfalls verbaute Stellmotor über das im Innenraum vorhandene Stellrädchen Steuerbar.

 

 

Die physischen Bedingungen:

Nach Prüfung der im Internet frei erreichbaren Teilekataloge sind die Träger für die Halogenscheinwerfer und die Xenonscheinwerfer identisch.

Halogen, Xenon bis 30.06.2013, Xenon ab Juli 2013

Links 5C5 941 053; A; B

Rechts 5C5 941 054; A; B

Somit dürfte es kein Problem sein, den alten Scheinwerfer auszubauen und den neuen einzubauen.

 

 

Die benötigten Teile:

Wir kaufen uns ein paar Xenonscheinwerfer mit dem LWR-Motor 5C5 941 295 aus schwarzem Kunststoff. Diese sind zu unterschiedlichen Preisen im Netz zu finden. Beachten sollte man nur, dass die Teilenummer des Scheinwerfergehäuses zwingend mit 5C1 anfängt, denn die 5C2 sind nur für Rechtslenker geeignet. Diese darf man hier in Deutschland nicht auf Dauer fahren.

Ich habe darauf geachtet, dass ich die Xenonscheinwerfer mit allem Zubehör bekomme. Es sollten also die Leuchtmittel, der Stellmotor und auch die Steuergeräte vorhanden sein. Zudem wollte ich die Scheinwerfer möglichst paarig, damit beide Scheinwerfer und auch die enthaltenen Leuchtmittel, die gleichen Lasten auf dem Buckel haben und identisch aussehen.

 

 

 

Nun zur Praxis:

Ich habe zuerst die neuen Scheinwerfer gereinigt, nicht nur außen, sondern auch innen. Ich habe die Steuergeräte demontiert und die Brenner entnommen. Anschließend habe ich den hinteren Deckel wieder angeschraubt. In der Badewanne habe ich ein Tuch untergelegt, so dass keine Kratzer auf den Streuscheiben bei der Reinigung entstehen könnten. Mit rund 2 Litern habe ich jeden Scheinwerfer mit 99,9 %iges Isopropanol über die Öffnung des Steuergerätes gefüllt und ordentlich durchgeschüttelt. Zum Abgießen habe ich die hintere Klappe wieder demontiert. Anschließend wurde der Backofen bei 65 Grad Umluft 2 Stunden lang vom Scheinwerfer blockiert. Alle 10 Minuten habe ich die Alkoholdämpfe aus dem Ofen gepustet. Da hier eine Explosionsgefahr entstehen könnte, weise ich nochmals darauf hin, dass die Anwendung auf eigene Gefahr erfolgt. regelmäßiges Lüften ist bei der Verdunstung von Alkohol sehr wichtig!

 

 

 

Natürlich habe ich die Beiden gleich auf Beschädigungen geprüft. Es müssen alle Halter vorhanden sein! Hier sind natürlich auch die Halter für den Deckel zum Leuchtmittel gemeint. Ist nur ein Halter, eine Nase oder irgendetwas beschädigt an dem Scheinwerfer (Risse, Kratzer oder Bruchstellen), verliert er seine Zulassung. Es ist nur der unbeschädigte Scheinwerfer zugelassen … Und TÜV-gerecht sollte der Umbau sein.

 

Danach werden die alten Scheinwerfer aus dem Beetle entfernt. Der Ausbau ist wirklich einfach. Davon können sich viele andere Hersteller eine Scheibe abschneiden. Man braucht lediglich einen Kreuzschraubendreher. Zuerst wird die Fixierung mit dem Kreuzschlitz gelöst und dann der Scheinwerfer nach vorne herausgezogen. Anschließend wird der T10i oder T10j entfernt.

Hier auf der Beifahrerseite die Kreuz-Schraube zum lösen

 

 

 

Und natürlich auch ein Bild von der Fahrerseite

 

 

 

Die Adapter habe ich in den Stecker gesteckt und anschließend in den neuen Xenonscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht.

 

 

 

Es ist genug Platz vorhanden, so dass der Zwischenstecker problemlos zwischen Kotflügel und Radhausschale passt und den Scheinwerfer beim Einbau nicht behindert. Wer möchte kann den Kabelbaum auch etwas in Schaumstoff oder ähnlichem Polstermaterial einpacken, falls jemand Befürchtungen bezüglich Geräuschentwicklung hat.

 

 

 

Das Scheinwerfergehäuse wird lediglich in den Träger geschoben und wieder mit der Fixierung gesichert.

Der Scheinwerfer sollte mit der Karosserie bündig abschließen, genau wie der alte. Andernfalls muss er eingestellt werden.

 

 

 

Bei mir hing der linke Scheinwerfer schief, so dass ich hier ran musste.

 

 

 

 

 

Leider etwas komplizierter, da zwei Befestigungsschrauben des Trägers hinter einer Klappe im Radhaus sitzen. Also musste der Reifen raus, um an die Klappe zu kommen.

FOTO Radkasten mit Klappe

 

Die Schrauben hinter der Klappe werden nun gelöst, ebenso wie die vordere oben am Schlossträger.

 

 

 

Danach kann der Scheinwerfer in die richtige Position gebracht werden. Anschließend wird der Träger wieder mit den drei Schrauben fixiert, die Klappe kann geschlossen und das Rad wieder montiert werden.

 

Nur als Erinnerung, falls es noch nicht erfolgt ist, die Standlichtleitungen zum BCM-Stecker müssen angepasst werden.

 

 

Die Programmierung:

 

Zuletzt wird dem BCM mitgeteilt, dass Xenon und LED-TFL verbaut sind. Die Ansteuerungen zwischen Halogenscheinwerfer und Xenon sind etwas anders. So wird beim Halogenscheinwerfer das Abblendlicht abgeschaltet, wenn das Fernlicht aktiviert wird. Beim Xenon bleibt das Abblendlicht aktiv, aber eine Blende im Scheinwerfer wird geöffnet um auf Fernlicht umzuschalten. Das Tagfahrlicht bei den Halogenscheinwerfern wird mit Einschalten bzw. Aktivierung des Standlichts abgeschaltet. Bei den LED-TFL wird die Einheit mit Einschalten bzw. Aktivierung des Standlichts jedoch nur heruntergedimmt und das Standlicht leuchtet zusätzlich.

 

Also müssen von VW oder einem Profi mit VCDS ein paar Dinge angepasst werden:

 

Hintergrundinfo:

PWM (Puls-Weiten-Modulation) ist ein langsames hoch oder runterdimmen, um Glühlampen zu schonen und so deren Lebensdauer zu verlängern.

Eine Halogenlampe funktioniert aber auch ohne PWM.

Eine LED leuchtet, oder leuchtet nicht. Somit ist hier PWM falsch.

Der Xenonbrenner wird über ein Steuergerät gezündet. Auch dieses funktioniert oder funktioniert nicht. Somit ist auch hier PWM falsch.

Um eine Lampe zu überwachen, also den Stromfluss messen zu können, müsste sie direkt am Kabel hängen. Sowohl beim LED-TFL, als auch dem LED-Standlicht und den Xenonbrennern, ist jedoch ein Steuergerät vorgelagert. Diese können also nicht überwacht werden.

 

Im BCM, Adresse 09, sollte unter Codierung 07, im Codier-Assistenten (VCDS vorausgesetzt) folgende Einstellungen überprüft, ggf. angepasst werden.

 

Byte 11, HEX 91

 

Byte 12, Bit 1, Tagfahrlicht vom Fahrer aktivierbar - muss aktiviert werden (Sollte bei allen bereits aktiv sein, da ab 2011 TFL Pflicht war)

 

Byte 16, HEX F8

 

Byte 18 HEX 67 (Die individuelle Codierung entspricht dem WERT 63, der aber bewirkt, dass bei TFL die Lichthupe nicht funktioniert)

 

Byte 21, Bit 0, Tagfahrlicht in LED - muss aktiviert werden (selbstverständlich, steht ja LED drin)

 

Byte 22, Bit 2, Abblendlicht inaktiv bei Fernlicht - muss deaktiviert werden (sonst geht beim Xenon das Licht komplett aus, wenn das Fernlicht, oder die Lichthupe aktiviert werden)

Byte 22, Bit 4, Abschaltung NSL bei geöffneter Heckklappe muss aktiviert werden (verwirrender weise funktionieren ohne diese Einstellung TFL und Standlicht vorne nicht)

 

Manche Einstellungen übernimmt das Steuergerät gleich, aber leider nicht alle. Somit muss nach dem Programmieren das Fahrzeug verlassen und verriegelt werden, bei Kessy muss der Schlüssel außerhalb der Reichweite sein. Es muss sichergestellt werden, dass die CAN-Bus-Ruhe, die nach 15 Sekunden eintritt, auch erreicht wird. Ich habe jeweils 10 Minuten gewartet, bevor der nächste Test erfolgte. Erst wenn die Bus-Ruhe eingetreten ist, werden alle Geräte mit ihrer jeweiligen neuen Programmierung geladen und aktiviert.

 

Bitte fahrt anschließend zu VW (oder einem anderen Fachmann) und lasst euch die neuen alten Scheinwerfer professionell einstellen.

Anwendung dieses Rezepts erfolgt auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Vermögen des Anwenders.