Vorab! Beim Einbau könnten Fehler in verschiedenen Steuergeräten abgelegt werden. Die Anwendung dieser Anleitung ist somit auf eigene Gefahr. Wer dafür sorgt, dass zuerst Gang "4" oder "S" eingelegt wird und dann die Spannungsversorgung, durch abklemmen des Masseanschluss an der Batterie, trennt, kann diese Fehler vermeiden.

 

Wäre das nicht schön. Man steigt in sein Auto, legt das Handy in die Mittelkonsole, es verbindet sich per Bluetooth mit dem Radio und wenn man angekommen ist, ist das Handy geladen.

Für zu Hause gibt es das schon. Es nennt sich Qi, kabelloses Laden. Für Handys die so etwas unterstützen braucht man nur auf eine entsprechende Ladestation legen und schon wird es geladen.

Genau das war es, was ich nun im Auto wollte.

 

Da ich ein Handy von Samsung besitze (in Planung das S8, später das S20), habe ich mir eine Ladestation für zu Hause und eine für dieses Projekt geholt.

 

 

 

 

 

 

Die Ladestation lässt sich über USB betreiben und braucht zur Nutzung der "Fast Charge" Funktion 5,0V 2,0 A oder 9V 1,67 A. Um die Ladestation im Auto nutzen zu können braucht man einen entsprechenden 12V auf USB-Adapter, der möglichst auch das "Schnellladen" unterstützt.

Genommen habe ich einen Adapter von Aukey, der gesamt 4,8 A bei 5 V bringt und die Schnellladefunktion von Handys angeblich unterstützt. Zudem war er relativ preiswert. Diesen habe ich später ausgetauscht. Leider hat der Aukey keine Schnellladefunktion unterstützt. Ich habe ihn gegen einen Ainope Qualcomm quick charge 3.0 ersetzt.

 

 

 

Zuerst habe ich die Ladeschale auseinander genommen. Mit einem Messer habe ich den Deckel auf der Rückseite, beginnend am Steckeranschluss, aufgehebelt.

 Aus dem Inneren brauchte ich nur die Ladespule samt Steuerplatine. Der Rest wandert in den Müll.

 

 

 

 

 

 

Als nächstes brauchte ich noch das innere von dem USB-Adapter.

Die untere Spitze habe ich abgeschraubt. Anschließend habe ich das schwarze Kunstoffteil, dass dadurch zum Vorschein kam, durch Drehen herausgeholt. Das Metallgehäuse seitlich mit einem Seitenschneider mehrfach eingeschnitten und die Teile Stück für Stück mit einer Spitzzange herausgebrochen, ohne die Platine zu beschädigen. Zuletzt konnte ich die Platine herausnehmen

 

 

 

Den Masseanschluss habe ich bereits weggebogen und den Plus-Anschluss, der vorher eine Kupferfeder war (sieht man im Hintergrund des oberen Fotos), geradegebogen und gekürzt. Den Massebügel habe ich beim Löten entfernt und ein aufgefächertes Kabelende angelötet. Den Plusanschluss habe ich in ein etwas abisoliertes Kabel geschoben und ebenfalls verlötet. über den Plusanschluss habe ich Schrumpfschlauch geschoben und das Gesamte mit selbst verschweißendem Klebeband umwickelt.

 

 

 

An das andere Ende der Kabel habe ich einen Stecker von Super-Seal angebracht. Die Kabel habe ich, zum Schutz vor durchscheuern, mit Textilklebeband umwickelt. Auch den Stecker für den Innenkabelbaum habe ich gleich vorbereitet. Abweichen zum Bild empfehle ich grundsätzlich unterschiedliche Kabellängen für den Abgriff des Stroms, dazu unten mehr.

 

 

 

Ich habe nicht eingesehen, den USB-Adapter auseinander zu löten um dann kompliziert mit Hilfe von Verbindungskabel an der Ladespule anzulöten, wenn ein einfacher 15 cm langer USB-C auf USB-A Stecker reicht. Der Adapter hat zudem 2 USB-Ausgänge, die jeweils 2,4 Ampere vertragen. Somit ist sogar noch Potenzial für ein weiteres Geräte, das über USB betrieben werden kann, vorhanden. Vorerst reicht es allerdings, wenn an einen USB-Port das Verbindungskabel zum QI-Adapter angeschlossen wird.

 

Nun geht es an den Ausbau der Mittelteils der Mittelkonsole. Dazu muss die Klimasteuerungsabdeckung raus, die nur geklippst ist. Ich habe das empfohlene Silikon-Werkzeug von VW genutzt (3409).

 

 

 

Die Elektroverbindungen auf der Rückseite müssen natürlich getrennt werden. Sollte die Batterie bisher nicht abgeklemmt sein, wird nun das Airbag-Steuergerät merken, dass die Hinweislampe nicht da ist und einen Fehler abspeichern

 

 

 

Das Klimabedienteil ist mit 4 Schrauben befestigt. Bei den oberen sollte man aufpassen, damit sie nicht herunterfallen. Die Schrauben können leicht verloren gehen.

 

 

 

Auch hier werden die Stecker auf der Rückseite getrennt, indem die roten Innenteile der Stromstecker leicht herausgezogen werden und so die Fixierung gelöst wird. Danach kann das Steuerteil zu Seite gelegt werden. Auch hier könnten die nächsten Fehler entstehen, im Motorsteuergerät, weil es die Klimaregulierung nicht mehr kennt und natürlich im Klimasteuerteil selbst.

 

 

 

Nun muss der Schaltsack gelöst werden. Ich habe den Schalthebel auf S gestellt, beim Schalter muss der Gang 4 eingelegt werden. Dort verbleibt er auch, bis die Montage vollständig abgeschlossen ist.

Anschließend wird der Schaltsack, im vorderen Bereich, vorsichtig aus seiner Fixierung in der silbernen Umrandung gelöst und über den Knauf gezogen.

 

 

 

Danach wird der silberne Zierring um den Schaltknüppel mit leichter Kraft angehoben und abmontiert. Bei meinem Beetle mit DSG musste nun der Stecker von der Ganganzeige gezogen werden.

 

 

 

 

 

 

Unter dem Zierring sind die zwei letzten Befestigungsschrauben versteckt, die ich lösen musste, um das Mitteilteil herauszunehmen.

 

 

 

Wer einen Startknopf hat, sollte diesen nun von unten aus seiner Aufnahme drücken

 

 

 

und den Stecker ziehen.

 

 

 

Ich habe nun das Mittelkonsolenteil hinter dem Schaltknauf gegriffen und leicht angehoben.

 

 

 

Anschließend habe ich das Teil oben am Armaturenträger mit sanfter Gewalt aus der Fixierung gezogen.

 

 

 

Da es nun bei mir frei war, konnte ich es mit in die warmen Räume bringen und dort die Ladespule und die Steuerplatine, sowie den USB-Adapter montieren.

Um die Ladespule zu fixieren, habe ich Klebeband zum Abdichten von Fenstern benutzt. Dieses Zeug ist extrem Reißfest, hält widrigsten Temperaturen stand, sowohl Hitze, als auch Kälte. Dagegen ist Gaffa-Tape ein Witz!

 

 

 

Natürlich musste ich zuerst eine Trockenübung durchführen. Also Kabel an die Platine, Steckdosenadapter angeschlossen und Handy mal ins Fach gelegt... schon stand auf dem Display: "Induktives Laden"

 

 

 

Nun musste ich noch ein Abzweig schaffen, damit der USB-Adapter auch mit Strom versorgt wird. Am Zigarettenanzünder liegen Zünd-Plus und Masse an. Ich wollte ja nicht, dass der USB-Adapter, bei einem Defekt, die Batterie leer saugt. Den Stecker dafür habe ich bereits oben vorbereitet.

Nur als Erinnerung, als Stecker habe ich 2-polige Super-Seal genommen.

 

Der Anschluss vom Zigarettenanzünder hat drei Zuleitungen, Masse (31), Zündplus (15) und Innenlicht (58). Die von uns benötigten Leitungen sind leicht erkennbar, da Masse bei VW immer braun ist. Das Zünd-Plus-Kabel hat die gleiche stärke wie das Massekabel. Die Beleuchtung ist dünner.

 

 

 

Mal ein Detailfoto, wie die Adern verpresst werden, damit die Verbindung dauerhaft ist. Ich bevorzuge grundsätzlich verpressen, da es im Auto die beste und einfachste Art ist, dauerhafte und sicher Verbindungen herzustellen. Verlöten würde auch gehen, allerdings könnte man damit auch schnell den Innenraum versauen, Lötzinn tropft, der Kolben kippt um ... Brandlochgefahr. Abzweigklemmen oder auch Stromdiebe genannt, verurteile ich auf das schärfste. Das Spenderkabel wir damit eingeschnitten und der Querschnitt verringert, dadurch entsteht nicht nur eine Brandgefahr, sondern das Kabel könnte auch reißen und einen Kurzschluss verursachen. Wer diese Teile heute noch benutzt, hat die Entwicklung verpasst und surft vermutlich noch mit dem Modem. Über Lüsterklemmen brauche ich wohl nicht schreiben, denn die Dinger schrauben sich auch alleine wieder lose. Zudem werden die Kabelenden zerquetscht.

 

 

 

Und so sieht es aus, wenn der Stecker fertig angeschlossen ist. Um auch hier noch einen Hinweis zu geben, die Spenderkabel sollten nie auf gleicher höhe abgezweigt werden. Das habe ich hier falsch gemacht. Sollten sich die Isolierungen doch in irgendeiner Form durcharbeiten, könnte so ein Kurzschluss entstehen, der immer vermieden werden sollte. Also zweigt die Spannungsversorgung auf unterschiedlichen Höhen ab, das ist besser.

 

 

 

Den USB-Adapter habe ich mit dem gleichen Klebeband, wie die Ladespule, auf der Rückseite der Ablage, neben der AUX-IN Buchse, befestigt.

 

 

 

Zwischen Ladespule und USB-Adapter kommt nun noch das Verbindungskabel. Das Verbindungkabel muss zwingend USB 3.0 oder 3.1 unterstützen, damit es auch die Schnelladefunktion unterstützt. Ein USB 2.0 funktioniert zwar, aber unterstützt nicht das schnelle Laden.

 

 

 

Jetzt geht es an den Rückbau, der wie der Ausbau, nur Rückwärts, funktioniert. Dabei nicht den Stecker des USB-Adapters vergessen.

 

Um das auch noch technisch zu erläutern, der USB-Adapter hat eine Leistungsaufnahme von ca. 6 Ampere bei 5 Volt. Dies sind ca. 3 Ampere bei 12 Volt. Die Bordsteckdose ist laut Stromlaufplan mit einer 30 Ampere Sicherung abgesichert, so dass die Leitung für die Spannung ausreichend dimensioniert ist. Selbst wenn man nun noch einen zweiten Adapter in die Dose steckt, erreicht man rund 6 Ampere, die weiterhin unterhalb der gesicherten 30 Ampere liegen.

 

Anwendung dieses Rezepts erfolgt auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Vermögen des Anwenders.